Auf dieser Seite informieren wir über den aktuellen Stand zu den Maßnahmen der Firmenleitung gegen unsere Listenführerin und Betriebsrätin Isabella („Isa“) Paape.
Die Firmenleitung hat gegen Isa eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen. Isa wehrt sich mit anwaltlicher Unterstützung entschieden dagegen. Nach Einschätzung ihrer rechtlichen Vertretung bestehen sehr gute Erfolgsaussichten, da die Kündigung sowohl inhaltlich als auch formal angreifbar ist. Das arbeitsgerichtliche Verfahren wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Wichtig ist uns: Nach unserem Kenntnisstand gibt es keinen Vorfall, der eine derart drastische Maßnahme sachlich rechtfertigen würde. Wir sehen die Kündigung daher als Angriff auf engagierte, sachliche und zunehmend wahrgenommene Betriebsratsarbeit – und als Versuch, kritische und aktive Stimmen im Gremium zu schwächen. Gerüchten, es sei „irgendetwas vorgefallen“, treten wir ausdrücklich entgegen.
Unabhängig von der Kündigung bleibt Isa weiterhin gewählte Betriebsrätin am Standort Erlangen. Ihr Mandat kann ihr durch den Arbeitgeber nicht entzogen werden. Isa wird sich auch bei der nächsten Betriebsratswahl am 3. März 2026 erneut zur Wahl stellen.
Durch ein aktuell ausgesprochenes Verbot, die Betriebsgebäude zu betreten, wird Isa allerdings daran gehindert, ihr Mandat in vollem Umfang vor Ort wahrzunehmen. Dies erschwert die Betriebsratsarbeit – beendet sie aber nicht.
Bis Isa in den Betrieb zurückkehren kann, ist unsere Liste sogar mit drei Kolleg:innen im Gremium vertreten: Hagen Mikkat übernimmt vorübergehend zusätzliche Aufgaben im Betriebsrat und arbeitet dabei eng mit Lars Kittler und Isa zusammen.
Isa bleibt ansprechbar – auch ohne Zugang zum Werksgelände:
Seit 19.12.2025 steht fest: Isa ist erneut unsere Spitzenkandidatin für die Wahl 2026! Auch unter erschwerten Bedingungen werden wir unserem Anspruch gerecht, aktiv an den Themen zu arbeiten, die viele von uns im Alltag bewegen – von der Sicherstellung der tariflich vereinbarten Entlohnung, zunehmender Arbeitsbelastung und Gesundheit über Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Fragen rund um Altersteilzeit und Betriebsrente bis hin zu Standortsicherheit und Umorganisationen.
Unser Engagement stößt zunehmend auf mediale Aufmerksamkeit, was zeigt: Viele Menschen – innerhalb und außerhalb von Siemens Energy – beobachten genau, wie mit kritischer und engagierter Betriebsratsarbeit umgegangen wird. Das ermutigt uns, konsequent dranzubleiben.
Im Verfahren Isabella Paape gegen Siemens Energy Global GmbH&Co.KG am 15. Januar 2026 hat das Arbeitsgericht dem Anliegen der Klägerin weitgehend stattgegeben. Das Gericht verpflichtete den Arbeitgeber, Paape ab sofort bis zum 5. März – dem letzten Tag der Betriebsratswahlen – wieder Zugang zum Betrieb an den Standorten Erlangen und Forchheim zu gewähren. Dieser Zugang ist werktäglich in der Zeit von 11:00 bis 14:00 Uhr vorgesehen. Isa Paape freut sich auf viele Begegnungen!
Der ebenfalls beantragte Zugang zu digitalen Kommunikationsmitteln wurde ihr jedoch vollständig verweigert. Da im Betrieb weniger als ein Drittel der Beschäftigten regelmäßig vor Ort arbeitet und ein Großteil sich im Homeoffice oder weltweit im Einsatz befindet, hält Paape diese Entscheidung für unzureichend und als eine erhebliche Benachteiligung gegenüber anderen Kandidatinnen und Kandidaten. Sie sieht damit die Chancengleichheit im laufenden Wahlkampf nicht gewährleistet. Dagegen hat Isa Paapes Anwalt Marc-Oliver Schulze von der Kanzlei AfA Beschwerde beim Landesarbeitsgericht eingelegt.
Einen Kurzbericht zum Ausgang des Gerichtsverfahrens gibt es im Bayerischen Rundfunk und kann hier ab Minute 13.14 gehört werden: https://www.br.de/radio/live/bayern2/programm/2026-01-15/3683610/#t=13:04:00 Der Radiomittschnitt wird in der Mediathek des Senders leider schon nach zwei Tagen gelöscht. Der Gerichtstermin fand regen Widerhall in der regionalen Tagespresse (NN und FT). Ausserdem haben uns inzwischen Anfragen überregionaler Medien, unter anderem der Süddeutschen Zeitung, erreicht. Ausschnitte bzw. Links finden Sie auf unserem Facebook- und Instagramm Profil, ggf. bestehen jedich Bezahlschranken. Auf Einzelanfrage senden wir Ihnen gerne Kopien der Presseberichterstattung zu.
Unabhängig von dieser ersten Eilentscheidung zur Durchführung des Wahlkampfs läuft die Kündigungsschutzklage in einem separaten Verfahren weiter. Hier kann allerdings mit einer Entscheidung nicht vor Herbst 2026 gerechnet werden. Ein erster sogenannter Gütetermin ist allerdings für Anfang Februar 2026 terminiert - es dürften hier dann endlich erste Aussagen zu den Isa Paape seitens SE bis heute vorenthaltenen Gründen ihrer fristlosen Kündigung erwartet werden.
Im Eilverfahren um die fristlose Kündigung der Betriebsrätin Isabella Paape hat Siemens Energy erstmals Kündigungsgründe vorgelegt – nach monatelangem Schweigen.
Der Kern der Vorwürfe:
Paape habe nach dem Verbot einer Informationsveranstaltung zur Betriebsrente im Intranet zwar deren Absage veröffentlicht, dabei aber nicht die Argumentation der Unternehmensleitung dargestellt. Gleichzeitig wird ihr vorgeworfen, diese Gründe einem einzelnen Beschäftigten wörtlich mitgeteilt zu haben. Beides wird als Pflichtverletzung gewertet.
Der innere Widerspruch liegt auf der Hand:
Einerseits soll eine Betriebsrätin Gründe nicht weitergeben dürfen, andererseits hätte sie diese gegenüber mehr als 100.000 Mitarbeitenden weltweit erläutern sollen.
Das Arbeitsgericht äußerte erhebliche Zweifel an der Kündigung. Übliche Gründe für eine fristlose Kündigung seien hier nicht erkennbar. Auch das Vorgehen des Betriebsrats, der die Zustimmung zur Kündigung offenbar innerhalb eines Tages erteilt habe, sei „kein Ruhmesblatt“, so der Richter. Der Ausgang des Hauptverfahrens sei „mehr als offen“.
Isa Paapes Anwalt Marc-Oliver Schulze von der Kanzlei AfA Rechtsanwälte wurde deutlicher: „Die rechtliche Bewertung ist mittlerweile sehr einfach. Siemens Energy hat die Anhörung zur Kündigung an den Betriebsrat vorgelegt. Nur auf die hier genannten Gründe kann sich der Arbeitgeber nun berufen. Und damit ist klar: Die Kündigung ist rechtsunwirksam. Das Kündigungsschutzverfahren wird Frau Paape zu 100% gewinnen.“
Wer uns unterstützen möchte, Fragen hat oder Hinweise und Erfahrungen (gerne auch anonym) weitergeben will, kann sich jederzeit an uns wenden:
E-Mail: info@gemeinsamaktiverlangen.de
Wir melden uns so schnell wie möglich und behandeln Hinweise selbstverständlich vertraulich.